Landhaus Dornbusch

Gästewohnung in Bralitz bei Bad Freienwalde / Märkisch-Oderland

Wann unser Haus gebaut wurde, wissen wir nicht. Die erste Erwähnung und Darstellung in einer Karte stammt von 1768. Bralitz hatte eine Bauernstelle und 11 Fischerstellen. Die Bauernstelle in der damaligen Dorfstraße 5 ist unser Grundstück in der heutigen Hauptstraße 5. Doch sicher hatten die Bauern noch in einem Vorgängerhaus gewohnt. Erste konkrete Angaben zum Haus in seiner jetzigen Form gab die 1857 wohl dort geborene Anna Dornbusch. Ihr Vater, der Gastwirt Christian Dornbusch, hat an das zuvor mit Rohr, als Schilf oder Reet, gedeckte Haus einen Anbau angefügt. Auf einer Postkarte von 1902 ist dieser Anbau an "Dornbusch's Gasthof" links bereits zu erkennen, in dem sich jetzt unsere Gästewohnung befindet. 1902 war das Haus schon mit Ziegeln gedeckt.


Eine Gaststätte war bis zum Ende des zweiten Weltkriegs im Haus. Die Chronik berichtet von schönen Festen und regem Treiben im Saal des Gasthofs, der eine wichtige Rolle in den dörflichen Bräuchen spielte. Freitags war Tanz. Schon 1948 beantragte eine Erbin von Christian Dornbusch, die Gaststätte wieder eröffnen und verpachten zu dürfen. Erst in den 1960er Jahre wurde der Betrieb dann eingestellt. Das Haus blieb Wohnhaus, in der Gaststätte wurde eine Kinderkrippe eröffnet. Viele der heutigen Bralitzer wurden hier gewickelt ;-) Nach 1990 wurde die Krippe geschlossen und das Haus stand zunächst teilweise, dann mehrere Jahre ganz leer. Als wir es 2005 gekauft haben, sah es in etwa wie links abgebildet aus und war innen in einem rohbauähnlichen Zustand.

Zuerst haben wir das Haus innen bewohnbar gemacht und versucht, vorhandene Reste der alten Bausubstanz zu erhalten. Wo dies nicht möglich oder wo diese beseitigt war, haben wir unter Verwendung alter Baustoffe (z.B. Lehmputz an den Wänden) in neuer Form (z.B. neue Holzdielen in fallenden Breiten) oder in moderner Bauweise nach alten Abmessungen (z.B. Isolierglasfenster nach Muster der alten Einfachfenster) renoviert. Fertig wird ein solches Haus nie - aber nach Fertigstellung der Außenhülle mit der wieder hergestellten Stuckfassade, dem Dach mit "Biberschwanz-Ziegeln", den "Fledermausgauben" und dem neu errichteten Giebel über der Haustür könnte das Bild der Postkarte von 1902 wieder neu aufgenommen werden.